Monika

life is fun: Monika Wintzen

 

Genau 5 Tage nach Stefan erblickte ich im Januar 1966 die Welt. Ich bin überzeugt, dass wir uns schon damals im Krankenhaus in einander verliebt hatten. Den ersten Kuss gab es jedoch erst in der Grundschule und nachdem ich Stefan offenbart hatte, dass mein Papa  viel besser küsste, haben wir uns ganze 25 Jahre lang aus den Augen verloren. Außerdem musste ich ja schließlich Europa, Afrika u. Klein-Asien mit dem Geländemotorrad bereisen und anschließend nach Kanada auswandern. Dort studierte ich Geographie und Englisch und wenn ich nicht gerade den nordamerikanischen Kontinent erkundete, arbeitete ich als Lehrbeauftrage oder wissenschaftliche Angestellte an der Simon Fraser Universität in Vancouver. Damit ich Europa nicht ganz vergaß, verbrachte ich auch dort jedes Jahr etwas Unterichts- und Reisezeit.

So vergingen viele Jahre bis mir eines Tages mein Grundschul-Freundebuch in die Hände fiel und mich dazu brachte, Stefan eine Email zu schreiben. Nach nur wenigen Mails war klar, dass wir jetzt reif für einander waren. Hals über Kopf warf ich Karriere hin und verließ mein geliebtes Kanada um mit meinem Seelenpartner zusammen zu sein. Wahrscheinlich veranlasste mich die Sehnsucht nach dem Pazific das Element Wasser zu erkunden (manchmal weiß man erst was man vermisst, wenn man es nicht mehr hat). In kürzester Zeit machte ich Tauch- und Surfschein und stimmte zu, einen Hobi-Kat anzuschaffen. Es machte mir jedoch nicht allzu lange Spaß, mit unserem Kleinen am Ufer Sandburgen zu bauen, während Stefan sich mit unserem Großen mit Kat und Tapez auf dem Wasser tummelte. So wagte ich den Vorschlag, doch mal einen Segeltörn auf einem Charterboot zu machen.

Nach dem ersten Törn war klar, dass wir in 5 Jahren ein Segelboot kaufen werden und dann „mal weg sind“. Warum 5 Jahre? Nun, unser Kleiner (Felix) würde bis dahin die Grundschule abgeschlossen haben und unser Großer (Christian) das Gymnasium – und nicht zuletzt wären wir noch nicht 50. So wurde gespart und alle möglichen Segel- u. Funkscheine, Skipper-, Sicherheits- und Schwerwettertraining sowie diverse andere Kurse gemacht. Unsere Urlaube verbrachten wir auf neueren sowie älteren, heruntergewirtchafteten und schlecht gewarteten Charterbooten mit vielen Mängeln. Einmal mussten wir sogar nach einem massiven Wassereinbruch einen Mayday absetzen. Im September 2014 hatte ich dann endlich die Nase voll und sagte Stefan, dass es an der Zeit wäre, nach einem eigenen Schiff zu schauen. Tja, und jetzt sind wir stolze Eigentümer der Segelyacht MIRA!

Nun ist es soweit: unser Großer hat sein Abi, geht für ein Jahr in sein Geburtsland (Kanada) und unser Kurzer hat sein Übertrittszeugnis aufs Gymnasium sowie eine 1jährige Beurlaubung von der Schule erhalten. Wir haben super Mieterinnen, die sich sogar unserer zwei Katzen annehmen, für diesen Zeitraum gefunden und wir werden unseren 50igsten auf dem Schiff verbringen. Ja, es ist wirklich so, die Realität fängt im Kopf an!